Aktuelles
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Aus für Karneval in Mendig
(vom 08.06.2007)
Eine nicht ganz unkritische Meinung zur Vereinsarbeit
MENDIG. Das Komitee für den Veilchendienstagszug, das Bindeglied zwischen Nieder- und
Obermendiger Karneval, hatte am 24. Mai 2007 im Gasthaus Bolz zur
jährlichen Hauptversammlung eingeladen. Dies betrifft letztendlich unter anderem alle Mitglieder der beiden
Mendiger Karnevalsvereine sowie die Prinzengarde.
Ich will hier nicht auf die Inhalte der Versammlung eingehen, da hätte jeder die
Möglichkeit gehabt, sich zu informieren - durch seine ANWESENHEIT! Man ist es ja gewohnt, dass eine Jahreshauptversammlung
von Mitgliedern selten besucht wird, aber das Bild, was sich an dem oben genannten Abend bot,
war erschreckend: nicht einmal eine ganz besetzte Tischreihe in dem liebevoll hergerichteten
Saal empfing den Vorstand des Komitees. So konnte Präsident Uli Rawert Vertreter der
KGN mit Vorstand und Stadtsoldaten (letztere am stärksten vertreten),
der Fidelen Möhnen, der Möhnen der
KGO, Karin Becker-Schmitt sowie
Ex-Prinzessin Caroline, die ebenfalls die Husaren vertrat, begrüßen. Die Anwesehnheitsliste
war schnell und dementsprechend wenig gefüllt.
Hier stellt sich für mich die Frage, wie es dazu kommen konnte? Mangelt es an
Öffentlichkeitsarbeit, liegt es an der Bequemlichkeit oder am Desinteresse der Mitglieder oder sind die Gründe ganz
woanders zu suchen? Ich denke, an allem ist ein bisschen dran, und da liegt ein gutes Stück
Arbeit vor jedem von uns.
Warum also bin ich in einem Karnevalsverein? Weil ich Bestätigung
von anderen brauche, weil ich mich im Ruhm für meine Arbeit sonnen möchte oder einfach
nur, weil ich gerne andere zum lachen bringe, gerne selber lache und mich für andere einsetzen mag?
Nun, letzteres wäre als Einstellung am wünschenswertesten. Sich für
seinen Verein gerne engagieren. Macht das nicht einen Verein aus: Engagement, Gemeinschaftlichkeit, Teamwork, auch wenn es nicht
immer ohne Reibereinen geht?! Ist es nicht selbstverständlich, dass nach der Session
die neue Session beginnt, das mein Tun nicht mit Aschermittwoch aufhört und am 11. November erst
wieder beginnt?! Termine die dazwischen liegen, sollten genauso gewissenhaft besucht werden, wie
die der Hauptsaison. Ich besorge mir selber alle Informationen über meinen Verein und warte nicht,
bis mir jemand hinterherläuft.
Nicht berieseln lassen und warten, bis jemand auf mich zukommt, selber
handeln, sollte die Einstellung eines jeden Mitgliedes sein, aber der 24.05.2007 hat mich wieder
eines besseren belehrt! Viele sieht man nur bei öffentlichen und medienwirksamen Ereignissen.
Selten übernimmt man noch Verantwortung "Nö, lass das mal 'nen anderen machen!". Aber
wie kann man Jugend noch zu Verantwortung erziehen, wenn die "Vorbilder", die Erwachsenen, es
einem schlecht oder gar nicht vormachen? Wie kann die Zukunft eines Vereins noch gesichert werden,
wenn sich die Mitglieder einen Dreck um die Verwaltung und Organisation mit allen damit verbunden
Aufgaben und Verantwortlichkeiten scheren?
In naher Zukunft wird der Kampf der Vereine um Mitglieder immer stärker. Der Verein rückt
immer mehr in den Bereich des Dienstleisters, aber wer wird in Zukunft diese Dienstleistungen bringen?
Welcher Verein wird überleben? Warum bist du in deinem Verein? Gehörst du zu denen,
die mit
organisieren oder zu denen, die nur
kritisieren? Bist du eher aktiv oder eher
passiv? Warst du auf der Jahreshauptversammlung deines Vereins?
Hast du dich für deine und die Rechte der anderen eingesetzt? Denk immer daran, du
bist genauso die Zukunft deines Vereins, wie jeder andere auch!
Ich hoffe, dass sich einige hier angesprochen fühlen und über ihre Einstellung nachdenken
und diese vielleicht auch ändern. Denn es wäre schade, wenn es bald wirklich heißen
würde: aus für Karneval in Mendig.
Alexander Buck (von Alexander Buck)